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Yoga ist mehr als körperliche Praxis

Viele Menschen kommen zum Yoga, um beweglicher zu werden, Stress abzubauen oder ihrem Körper etwas Gutes zu tun. Und ja – all das kann Yoga leisten. Doch mit der Zeit zeigt sich oft, dass die Wirkung weit darüber hinausgeht. Yoga kann ein Raum werden, in dem wir beginnen, uns selbst wieder bewusster wahrzunehmen.

Mehr Wahrnehmung im Alltag

Durch die Verbindung von Atem und Bewegung entsteht nach und nach ein feineres Gespür für den eigenen Körper. Spannungen werden deutlicher spürbar, aber auch Bedürfnisse, Grenzen und innere Reaktionen. Was zunächst auf der Matte beginnt, setzt sich häufig im Alltag fort: Wir reagieren achtsamer, hören genauer hin und nehmen früher wahr, wenn etwas für uns nicht stimmig ist.

Innere Klarheit entwickeln

Mit der Zeit kann sich daraus mehr Klarheit entwickeln. Dinge, die lange „irgendwie funktioniert“ haben, werden hinterfragt. Entscheidungen, die früher schwerfielen, fühlen sich auf einmal greifbarer an. Nicht, weil Yoga Antworten vorgibt – sondern weil es uns unterstützt, unsere eigenen Antworten besser wahrzunehmen.

Die Rolle der individuellen Praxis

Gerade in einer achtsam aufgebauten Yogapraxis, wie sie auf die Lehren von Tirumalai Krishnamacharya zurückgeht, steht nicht die äußere Form im Vordergrund, sondern der Mensch selbst. Die Praxis wird individuell angepasst und lädt dazu ein, sich selbst ehrlich zu begegnen – ohne Druck, ohne Vergleich.

Einfluss auf das Nervensystem

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Wirkung auf das Nervensystem. Durch bewusste Atmung und ruhige Bewegungsabläufe kann sich ein Zustand innerer Stabilität entwickeln. In diesem Zustand fällt es oft leichter, mit Herausforderungen umzugehen und Veränderungen zuzulassen. Entscheidungen entstehen dann weniger aus Stress oder Angst, sondern aus einer ruhigeren, klareren inneren Haltung.

Veränderung geschieht von innen heraus

Yoga verändert also nicht direkt unser Leben – aber es kann die Grundlage dafür schaffen, dass wir es bewusster gestalten. Manchmal zeigt sich das in kleinen Dingen: Mehr Pausen im Alltag, einem achtsameren Umgang mit sich selbst. Manchmal führt es auch zu größeren Veränderungen – etwa dem Wunsch, Gewohnheiten zu überdenken oder neue Wege einzuschlagen.

Yoga als Weg

All das geschieht nicht plötzlich, sondern wächst mit der Zeit. Yoga ist in diesem Sinne weniger ein Ziel als ein Prozess – ein Weg, der uns dabei unterstützen kann, mehr in Einklang mit uns selbst zu leben.

Definition Yoga übertragen auf den Unterricht

Mein letzter Beitrag hieß „Definition Yoga“, aber wie lässt sich das auf den Yoga-Unterricht übertragen, bedeutet für die meisten Menschen Yoga doch eher eine sportliche Betätigung. Yoga ist aber so viel mehr. Yoga ist ein großer Schatz, den wir für uns – richtig angewandt – nutzen können. Gerade heutzutage, wo Stress allgegenwärtig ist. Wie im vorausgegangenen Blog erwähnt entstammt „Yoga“ der Sanskrit-Wurzel „Yuj“, was Zusammenbinden, Verbinden, Einheit bedeutet. Damit ist gemeint, Körper und Geist sollen eine Einheit bilden und die Sinne zurückgenommen werden. Das ist oft nicht der Fall, weil unser Geist uns ständig voraus ist. Hier ein Beispiel aus dem Alltag: Werden wir morgens wach sind wir mit dem Geist nicht beim Wach werden, sondern gedanklich schon im Bad. Sind wir im Bad sind wir nicht geistig bei dem was wir dort gerade tun, sondern in Gedanken längst – womöglich auch durch Kaffeeduft – schon beim Frühstück usw. Ist unser Geist im Hier und Jetzt können Körper und Geist zu einer Einheit werden. Wie können wir aber eine derartige Sammlung und Klarheit des Geistes erreichen? Durch Abhyāsa, was beharrliches Üben bedeutet und Vairāgya, was für Gleichmut steht. Über die Yoga-Haltungen, in die wir im Einklang mit dem Atem gelangen und wieder heraus, lernen wir unseren Geist zu fokussieren. Unser Geist ist damit beschäftigt die Übung im Einklang mit dem Atem zu meistern. Zunächst erfolgen die Übungen dynamisch, um erst einmal ein Gefühl dafür zu bekommen. Schaffen wir es durch beharrliches Üben als Fortgeschrittene dann statisch in den Haltungen einige ruhige Atemzüge zu verweilen üben wir uns darin, den Körper zu „vergessen“. Es gelingt uns dann ganz mühelos in einer Haltung zu verweilen, die unserem Körper und unserem Geist gut tut, weil beide zusammenarbeiten. Wichtig ist auch die innere Haltung. Man sollte mit Hingabe üben. Solch ein Üben regelmäßig und mit Achtsamkeit auf den Körper ist Abhyāsa, beharrliches Üben. Das Üben sollte ohne Ablenkung und ohne eine Erwartungshaltung erfolgen. Es sollten die eigenen Grenzen akzeptiert werden. Geschehen lassen ist die Zauberformel. Nichts wollen. Keine Vorstellung. Das ist Vairāgya, Gleichmut.

Herbst Achtsamkeit Entspannung

Die Blätter fallen, Herbst ist nun
man hört es auch unter den Schuhn.
Schillernd bunt das Blattwerk ist
wenn Sonne strahlt durch das Geäßt.
Blätter, rot, braun und gold
von der Natur aus so gewollt.
Von manchem Tier das Laub genutzt
bietet es guten Unterschlupf.
Nicht zu kalt und nicht zu warm
auch das ist des Herbstes Charme.
Ein Herbstspaziergang durch den Wald
noch ist Zeit, drum mach ihn bald.

– Jutta Martens –

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Herbst

 

Ruhe Frieden Achtsamkeit

Gehe mit offenen Augen durch die Welt
und behalte das in Erinnerung, was Dir gefällt.
Ignoriere dein Missfallen nicht,
sondern schaue ihm ins Gesicht.
Trage zur Veränderung mit bei,
damit wieder Eintracht und Friede sei.

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Frieden

 

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